Hochspannung...

  • Thread starter Marianne Fliesser-Steiner
  • Start date
Am 28.06.23 um 18:56 schrieb Hanno Foest:

Möglicherweise ist die Kathode also gewollt dauernd ungeheizt. Und
möglicherweise ist sie gerade deshalb einem höheren Verschleiß ausgesetzt...

Auch Hochspannungskaskaden sind Verschleißteile. Zumindest hatten
die Fernsehtechniker früher meist einen passenden Zeilentrafo mit
Kaskade dabei, weil das eine häufige Defektquelle war.

MfG
 
Hanno Foest wrote:
Möglicherweise ist die Kathode also gewollt dauernd ungeheizt. Und
möglicherweise ist sie gerade deshalb einem höheren Verschleiß ausgesetzt...

Möglich. Wenn das der Fall wäre, dann verschleißt sie aber tatsächlich
nur bei aktivem Strahlstrom und nicht in eingeschalteter Bereitschaft.


--
/¯\\ No | Dipl.-Ing. F. Axel Berger Tel: +49/ 221/ 7771 8067
\\ / HTML | Roald-Amundsen-Straße 2a Fax: +49/ 221/ 7771 8069
 X in | D-50829 Köln-Ossendorf http://berger-odenthal.de
/ \\ Mail | -- No unannounced, large, binary attachments, please! --
 
On 6/28/23 8:45 PM, Axel Berger wrote:
> Hanno Foest wrote:

Den Anfang des Threads ist mir leider entgangen :-(

Möglicherweise ist die Kathode also gewollt dauernd ungeheizt. Und
möglicherweise ist sie gerade deshalb einem höheren Verschleiß ausgesetzt...

Möglich. Wenn das der Fall wäre, dann verschleißt sie aber tatsächlich
nur bei aktivem Strahlstrom und nicht in eingeschalteter Bereitschaft.

*Bereitschaft* bedeutet bei einer Kathodenstrahlröhre, daß sie beheizt
wird. Nicht unbedingt mit voller Leistung, aber doch so, daß sie
innerhalb von Sekunden betriebsbereit ist.

Und die Hochspanung kann sich auch bei ausgeschaltetem Gerät stundenlang
halten, wie ich bei meinem ersten Fernseher leider feststellen mußte.
Das belastet die Kaskade.

DoDi
 
On Wed, 28 Jun 2023 22:04:45 +0200, Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com>
wrote:

On 6/28/23 8:45 PM, Axel Berger wrote:
Hanno Foest wrote:

Den Anfang des Threads ist mir leider entgangen :-(

Möglicherweise ist die Kathode also gewollt dauernd ungeheizt. Und
möglicherweise ist sie gerade deshalb einem höheren Verschleiß ausgesetzt...

Möglich. Wenn das der Fall wäre, dann verschleißt sie aber tatsächlich
nur bei aktivem Strahlstrom und nicht in eingeschalteter Bereitschaft.

*Bereitschaft* bedeutet bei einer Kathodenstrahlröhre, daß sie beheizt
wird. Nicht unbedingt mit voller Leistung, aber doch so, daß sie
innerhalb von Sekunden betriebsbereit ist.

Die Op schreib im Laufe des Threads:

\"Ich kann mich jetzt auch wieder an das Argument des Servicetechnikers meiner
früheren Arbeitsstelle für die 80KV \"HV on\" erinnern. Es ging darum, dass ein
Schaltrelais im Hochspannungstank/trafo kaputt war und eine teure Reparatur
erfordert hatte. Dieses Teil wird durch oftmaliges Ein- und Ausschalten eher
kaputt als bei Dauerlauf. Das hat mir damals eingeleuchtet.\"

Thomas Prufer
 
Thomas Prufer schrieb:
On Wed, 28 Jun 2023 22:04:45 +0200, Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com
wrote:

On 6/28/23 8:45 PM, Axel Berger wrote:
Hanno Foest wrote:

Den Anfang des Threads ist mir leider entgangen :-(

Möglicherweise ist die Kathode also gewollt dauernd ungeheizt. Und
möglicherweise ist sie gerade deshalb einem höheren Verschleiß ausgesetzt...

Möglich. Wenn das der Fall wäre, dann verschleißt sie aber tatsächlich
nur bei aktivem Strahlstrom und nicht in eingeschalteter Bereitschaft.

*Bereitschaft* bedeutet bei einer Kathodenstrahlröhre, daß sie beheizt
wird. Nicht unbedingt mit voller Leistung, aber doch so, daß sie
innerhalb von Sekunden betriebsbereit ist.

Die Op schreib im Laufe des Threads:

\"Ich kann mich jetzt auch wieder an das Argument des Servicetechnikers meiner
früheren Arbeitsstelle für die 80KV \"HV on\" erinnern. Es ging darum, dass ein
Schaltrelais im Hochspannungstank/trafo kaputt war und eine teure Reparatur
erfordert hatte. Dieses Teil wird durch oftmaliges Ein- und Ausschalten eher
kaputt als bei Dauerlauf. Das hat mir damals eingeleuchtet.\"

Wie in diesem Thread nun mehrfach (auch von mir) geschrieben wurde, erübrigt
sich hier jegliche Interpretation. Die OP hat einen Benutzungsvertrag mit
dem Betreiber des Elektronenmikroskops abgeschlossen, in dem (u.a.) die
Betriebsstunden der HV als Abrechnungsgrundlage für das Nutzungsentgelt
vereinbart war. Dann hat die in verschwenderischer Weise genau diesen
Betriebsstundenzähler laufen lassen und macht bei der daraus resultierenden
Abrechnung \"Mimimi!\"

Nun kann die OP nur noch an die Kulanz des Vertragspartners appellieren,
aber mit technischen Argumenten wird sie abblitzen.
--
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Bockelmann
 
On Thu, 29 Jun 2023 08:08:06 +0200, Andreas Bockelmann <xotzil@gmx.de> wrote:

Wie in diesem Thread nun mehrfach (auch von mir) geschrieben wurde, erübrigt
sich hier jegliche Interpretation. Die OP hat einen Benutzungsvertrag mit
dem Betreiber des Elektronenmikroskops abgeschlossen, in dem (u.a.) die
Betriebsstunden der HV als Abrechnungsgrundlage für das Nutzungsentgelt
vereinbart war. Dann hat die in verschwenderischer Weise genau diesen
Betriebsstundenzähler laufen lassen und macht bei der daraus resultierenden
Abrechnung \"Mimimi!\"

Nun kann die OP nur noch an die Kulanz des Vertragspartners appellieren,
aber mit technischen Argumenten wird sie abblitzen.

Nachdem der Vertragspartner die Abrechnung mit \"Stromkosten\" begründet hat, war
es doch einen Versuch wert, den diese Begründung ist dünn.


Thomas Prufer
 
Thomas Prufer schrieb:

[Betrieb eines Elektronenmikroskops]
Nachdem der Vertragspartner die Abrechnung mit \"Stromkosten\" begründet hat, war
es doch einen Versuch wert, den diese Begründung ist dünn.

Als Vertragspartner käme ich jetzt bei den \"Stromkosten\" mit den \"Total
Costs of Ownership\", die diese \"Stromkosten\" durch den Verbrauch der
elektrischen Enerfie anfallen.

Ich habe jahrelang \"Betriebliche Abrechnungsbögen\" und
Kostenrechnungs-/Kalkulationsmodelle produzierender Betriebe in ERP-Systemen
eingerichtet. Ich rechne Dir jede Betreibsstunde beliebig hoch und jeden
Gewinn beliebig klein. Das ist alles nur eine Frage der Kostenstellen und
Beitragsdeckung.



--
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Bockelmann
 
On Thu, 29 Jun 2023 08:43:59 +0200, Andreas Bockelmann <xotzil@gmx.de> wrote:

Thomas Prufer schrieb:

[Betrieb eines Elektronenmikroskops]
Nachdem der Vertragspartner die Abrechnung mit \"Stromkosten\" begründet hat, war
es doch einen Versuch wert, den diese Begründung ist dünn.


Als Vertragspartner käme ich jetzt bei den \"Stromkosten\" mit den \"Total
Costs of Ownership\", die diese \"Stromkosten\" durch den Verbrauch der
elektrischen Enerfie anfallen.

Ich habe jahrelang \"Betriebliche Abrechnungsbögen\" und
Kostenrechnungs-/Kalkulationsmodelle produzierender Betriebe in ERP-Systemen
eingerichtet. Ich rechne Dir jede Betreibsstunde beliebig hoch und jeden
Gewinn beliebig klein. Das ist alles nur eine Frage der Kostenstellen und
Beitragsdeckung.

Es gab ja auch keine Diskussion über die Total Cost of Ownership; ist ja auch
erheblich mit Anschaffung, Wartung, Service, Raum, Verwaltung, ...

Da irgendwo einen Stundenzähler an was elektrisches hinzupacken und dann die
Gesamtkosten daran anteilig aufzuteilen ist ja eine von mehreren vernünftigen
Modellen.

AFAIk wurde aber die Bitte um Kulanz \"Ich hab nur HV angehabt aber nicht
genutzt/verschlissen/mirkospiert\" mit der Begründung abgelehnt, die horrenden
Stromkosten zu erlassen, entstanden *nur durch HV ein gegenüber HV aus* wäre
unfair dem Steuerzahler gegenüber. (Vakkuum- und Nebenaggregate und Rechner usw.
liefen AFAIK weiter, und die dürften deutlich mehr Strom kosten als die HV).
Schlechte Begründung, sag ich, und würde ich so erstmal als \"wahrscheinlich
sachlich falsch\" einstufen.

\"Wir rechnen die Gesamtkosten halt so ab\" fände *ich* persönlich erträglicher
als eine falsche Begründung...


Thomas Prufer
 
Thomas Prufer schrieb:
Andreas Bockelmann wrote:
Wie in diesem Thread nun mehrfach (auch von mir) geschrieben wurde, erübrigt
sich hier jegliche Interpretation. Die OP hat einen Benutzungsvertrag mit
dem Betreiber des Elektronenmikroskops abgeschlossen, in dem (u.a.) die
Betriebsstunden der HV als Abrechnungsgrundlage für das Nutzungsentgelt
vereinbart war. Dann hat die in verschwenderischer Weise genau diesen
Betriebsstundenzähler laufen lassen und macht bei der daraus resultierenden
Abrechnung \"Mimimi!\"

Nun kann die OP nur noch an die Kulanz des Vertragspartners appellieren,
aber mit technischen Argumenten wird sie abblitzen.

Nachdem der Vertragspartner die Abrechnung mit \"Stromkosten\" begründet hat, war
es doch einen Versuch wert, den diese Begründung ist dünn.

Die OP hat mitgeteilt, die Abrechnung erfolge nach dem Nutzungsvertrag
auf Stundenbasis, so dass der reale Stromverbrauch insofern tatsächlich
irrelevant ist.
Daneben vermag ich in ihren Antworten auf Nachfragen aber auch nirgends
einen Anhaltspunkt dafür entdecken, dass man ihr erklärt hätte, es käme
auf den Stromverbrauch an. Dieser Aspekt wurde von anderen Postern ins
Feld geführt

MfG
Rupert
 
On Thu, 29 Jun 2023 10:10:04 +0200, Rupert Haselbeck <mein-rest-muell@gmx.de>
wrote:

Thomas Prufer schrieb:
Andreas Bockelmann wrote:
Wie in diesem Thread nun mehrfach (auch von mir) geschrieben wurde, erübrigt
sich hier jegliche Interpretation. Die OP hat einen Benutzungsvertrag mit
dem Betreiber des Elektronenmikroskops abgeschlossen, in dem (u.a.) die
Betriebsstunden der HV als Abrechnungsgrundlage für das Nutzungsentgelt
vereinbart war. Dann hat die in verschwenderischer Weise genau diesen
Betriebsstundenzähler laufen lassen und macht bei der daraus resultierenden
Abrechnung \"Mimimi!\"

Nun kann die OP nur noch an die Kulanz des Vertragspartners appellieren,
aber mit technischen Argumenten wird sie abblitzen.

Nachdem der Vertragspartner die Abrechnung mit \"Stromkosten\" begründet hat, war
es doch einen Versuch wert, den diese Begründung ist dünn.

Die OP hat mitgeteilt, die Abrechnung erfolge nach dem Nutzungsvertrag
auf Stundenbasis, so dass der reale Stromverbrauch insofern tatsächlich
irrelevant ist.
Daneben vermag ich in ihren Antworten auf Nachfragen aber auch nirgends
einen Anhaltspunkt dafür entdecken, dass man ihr erklärt hätte, es käme
auf den Stromverbrauch an. Dieser Aspekt wurde von anderen Postern ins
Feld geführt

Vom OP: \"übermäßigen Stromverbrauch\" und \"unzumutbare Belastung für den
Steuerzahler\"...

Volltext:

\"Es war wirklich eine ernstgemeinte Frage, auch wenn ich das Fragezeichen nicht
gesetzt habe. An meiner früheren Arbeitsstelle war die Empfehlung die
Hochspannung an zu lassen, wenn regelmäßig mikroskopiert wird. Es gab vom
Servicetechniker auch eine Begründung, an die kann ich mich nicht mehr erinnern.
Das war allerdings ein anderes Gerät - Jeol - und jetzt arbeite ich an einem
Zeiss. Klar ist die Vorschrift, die HV nach dem Mikroskopieren herunterzufahren,
aber mit übermäßigen Stromverbrauch lässt sich das nicht argumentieren und auch
nicht als unzumutbare Belastung für den Steuerzahler....da fielen mir tausende
Dinge ein.\"


Thomas Prufer
 
Thomas Prufer schrieb:

Vom OP: \"übermäßigen Stromverbrauch\" und \"unzumutbare Belastung für den
Steuerzahler\"...

Volltext:

\"Es war wirklich eine ernstgemeinte Frage, auch wenn ich das Fragezeichen nicht
gesetzt habe. An meiner früheren Arbeitsstelle war die Empfehlung die
Hochspannung an zu lassen, wenn regelmäßig mikroskopiert wird. Es gab vom
Servicetechniker auch eine Begründung, an die kann ich mich nicht mehr erinnern.
Das war allerdings ein anderes Gerät - Jeol - und jetzt arbeite ich an einem
Zeiss. Klar ist die Vorschrift, die HV nach dem Mikroskopieren herunterzufahren,
aber mit übermäßigen Stromverbrauch lässt sich das nicht argumentieren und auch
nicht als unzumutbare Belastung für den Steuerzahler....da fielen mir tausende
Dinge ein.\"

Ja, reine Spekulationen der OP ohne Hinweis darauf, dass jemand ihr
gegenüber so argumentiert hätte.

Aber letztlich ist das egal, weil laut Vertrag die Betriebsstunden
maßgeblich sind. Manchmal mag es tatsächlich nützlich sein, zu lesen,
was man denn so unterschreibt - egal ob vorher (meist sinnvoller) oder
nachher (auch lehrreich...)

MfG
Rupert
 
On Thu, 29 Jun 2023 10:50:04 +0200, Rupert Haselbeck <mein-rest-muell@gmx.de>
wrote:

Thomas Prufer schrieb:

Vom OP: \"übermäßigen Stromverbrauch\" und \"unzumutbare Belastung für den
Steuerzahler\"...

Volltext:

\"Es war wirklich eine ernstgemeinte Frage, auch wenn ich das Fragezeichen nicht
gesetzt habe. An meiner früheren Arbeitsstelle war die Empfehlung die
Hochspannung an zu lassen, wenn regelmäßig mikroskopiert wird. Es gab vom
Servicetechniker auch eine Begründung, an die kann ich mich nicht mehr erinnern.
Das war allerdings ein anderes Gerät - Jeol - und jetzt arbeite ich an einem
Zeiss. Klar ist die Vorschrift, die HV nach dem Mikroskopieren herunterzufahren,
aber mit übermäßigen Stromverbrauch lässt sich das nicht argumentieren und auch
nicht als unzumutbare Belastung für den Steuerzahler....da fielen mir tausende
Dinge ein.\"

Ja, reine Spekulationen der OP ohne Hinweis darauf, dass jemand ihr
gegenüber so argumentiert hätte.

Das hatte ich anders verstanden -- aber ja, ich sehe das könnte man auch als
Spekulation der OP lesen.

Aber letztlich ist das egal, weil laut Vertrag die Betriebsstunden
maßgeblich sind. Manchmal mag es tatsächlich nützlich sein, zu lesen,
was man denn so unterschreibt - egal ob vorher (meist sinnvoller) oder
nachher (auch lehrreich...)

Ja, eh klar. Aber ehrlich: machst du das? So richtig gründlich durchlesen?

Wen ich jetzt zB eine Maschine bei Boels miete, geh ich da mal quer drüber,
kommt ja erstmal Gerichtsstand, salvatorische Klausel, Sitz des
Vertragspartners, keine Haftung für irgendwas, keinerlei Eigenschaften werden
verbindlich zugesichert, und versuche mal zu sehen wo das wichtige steht.

Oder ich frag den Mann am Tresen, und verlass mich auf dessen Wort -- das kann
ja auch lehrreich schiefgehen.

Aber zB bei irgendeiner Bestellung im Netz lese ich nicht die AGBs mit der
vielleicht nötigen Gründlichkeit -- will sagen \"jaja, wegklicken\" passiert schon
mal...


Thomas Prufer
 
Am 30.06.23 um 08:06 schrieb Thomas Prufer:

Ja, eh klar. Aber ehrlich: machst du das? So richtig gründlich durchlesen?

Wen ich jetzt zB eine Maschine bei Boels miete, geh ich da mal quer drüber,
kommt ja erstmal Gerichtsstand, salvatorische Klausel, Sitz des
Vertragspartners, keine Haftung für irgendwas, keinerlei Eigenschaften werden
verbindlich zugesichert, und versuche mal zu sehen wo das wichtige steht.

Oder ich frag den Mann am Tresen, und verlass mich auf dessen Wort -- das kann
ja auch lehrreich schiefgehen.

Aber zB bei irgendeiner Bestellung im Netz lese ich nicht die AGBs mit der
vielleicht nötigen Gründlichkeit -- will sagen \"jaja, wegklicken\" passiert schon
mal...

Als mir vor längerer Zeit mal ein iPhone (3a oder so) zugelaufen war,
sollte ich den AGB des Appstore zustimmen, um damit irgendwas machen zu
können. Waren 70KB reiner Text. Es hätte Stunden gebraucht, das zu
lesen. War mir zu viel, hab ich nicht getan, und bin das iPhone wieder
losgeworden.

Hanno

--
The modern conservative is engaged in one of man\'s oldest exercises in
moral philosophy; that is, the search for a superior moral justification
for selfishness.
- John Kenneth Galbraith
 
Am 30.06.23 um 15:43 schrieb Hanno Foest:
Am 30.06.23 um 08:06 schrieb Thomas Prufer:

Aber zB bei irgendeiner Bestellung im Netz lese ich nicht die AGBs mit
der vielleicht nötigen Gründlichkeit -- will sagen \"jaja, wegklicken\"
passiert schon mal...

Als mir vor längerer Zeit mal ein iPhone (3a oder so) zugelaufen war,
sollte ich den AGB des Appstore zustimmen, um damit irgendwas machen zu
können. Waren 70KB reiner Text. Es hätte Stunden gebraucht, das zu
lesen. War mir zu viel, hab ich nicht getan, und bin das iPhone wieder
losgeworden.

Gute Entscheidung ;-) Ob das bei Google besser ist? Aber es gibt zum
Glück ja auch Android ohne Google (z. B. /e/OS oder LineageOS)

Ähnliches hatte ich mit meinem Sohn, als er mit 14 unbedingt
WasIstLosPROGRAMM haben wollte. Ich sagte \"Gut, wir lesen mal die AGB
zusammen.\" Der Spaß war schnell vorbei ;-)

Marte
 
Marte Schwarz <marte.schwarz@gmx.de> writes:
Ähnliches hatte ich mit meinem Sohn, als er mit 14 unbedingt
WasIstLosPROGRAMM haben wollte. Ich sagte \"Gut, wir lesen mal die AGB
zusammen.\" Der Spaß war schnell vorbei ;-)

Gedanken dieser Art liegen ja der South-Park-Folge \"HUMANCENTiPAD\",
der ersten Folge der fünfzehnten Staffel, zugrunde. Dort geht es um
das Geschehen nachdem eine der Hauptpersonen einen Nutzungsvertrag
für iT*nes (*=u) unterzeichnet hat.
 
Am 30.06.23 um 18:07 schrieb Marte Schwarz:

Aber zB bei irgendeiner Bestellung im Netz lese ich nicht die AGBs
mit der vielleicht nötigen Gründlichkeit -- will sagen \"jaja,
wegklicken\" passiert schon mal...

Als mir vor längerer Zeit mal ein iPhone (3a oder so) zugelaufen war,
sollte ich den AGB des Appstore zustimmen, um damit irgendwas machen
zu können. Waren 70KB reiner Text. Es hätte Stunden gebraucht, das zu
lesen. War mir zu viel, hab ich nicht getan, und bin das iPhone wieder
losgeworden.

Gute Entscheidung ;-) Ob das bei Google besser ist?

War (damals) wesentlich weniger. So ein Drittel dessen.

Aber es gibt zum
Glück ja auch Android ohne Google (z. B. /e/OS oder LineageOS)

Bin auch bei LOS. Ohne Google Services.

Ähnliches hatte ich mit meinem Sohn, als er mit 14 unbedingt
WasIstLosPROGRAMM haben wollte. Ich sagte \"Gut, wir lesen mal die AGB
zusammen.\" Der Spaß war schnell vorbei ;-)

Gute Methode!

Hanno

--
The modern conservative is engaged in one of man\'s oldest exercises in
moral philosophy; that is, the search for a superior moral justification
for selfishness.
- John Kenneth Galbraith
 
On Fri, 30 Jun 2023 18:07:48 +0200, Marte Schwarz wrote:
Am 30.06.23 um 15:43 schrieb Hanno Foest:
Am 30.06.23 um 08:06 schrieb Thomas Prufer:
Aber zB bei irgendeiner Bestellung im Netz lese ich nicht die AGBs mit
der vielleicht nötigen Gründlichkeit
Als mir vor längerer Zeit mal ein iPhone (3a oder so) zugelaufen war,
sollte ich den AGB des Appstore zustimmen, [...] Waren 70KB reiner
Text. [...] bin das iPhone wieder losgeworden.
Gute Entscheidung ;-) Ob das bei Google besser ist? Aber es gibt zum
Glück ja auch Android ohne Google (z. B. /e/OS oder LineageOS)

Genau so siehts aus. Ich kann dem Kaufreflex momentan noch gut
widerstehen, weil es mir nicht so geht wie dem nämlichen Herrn
Tcherdenek aus \"La Traque\" von Guy Scovel alias Jean-Pierre Fontana
[1]. Danach würde ich halt nach dem Schlaufernsprecher mit dem
geringstmöglichen Maß an Gängelung suchen und hoffen, daß bis dahin die
Bespitzelung mit permanenten Cookies auf Providerlevel nicht soweit
fortgeschritten ist um mir total den Spaß zu verderben.

Ähnliches hatte ich mit meinem Sohn, als er mit 14 unbedingt
WasIstLosPROGRAMM haben wollte. Ich sagte \"Gut, wir lesen mal die AGB
zusammen.\" Der Spaß war schnell vorbei ;-)

Whatsapp ist ja irgendwie noch verschmerzbar. Naja, für U30 vermutlich
nicht (=lebenswichtig), da muß jeder Scheiß in so einer Gruppe
breitgetreten werden, weil so Dinge wie Usenet, Mailinglisten oder gar
ICQ vollkommen in Vergessenheit geraten sind.

Aber neulich beglückte mich die Universa Krankenversicherung AG, die
jetzt Universa Lebensversicherung AG heißt, mit einem 12-seitigen PDF,
daß es jetzt 2-Faktor-Authentisierung für ihr ohnehin schrottiges
Web\"portal\" gäbe, wo man die Belege einreichen könne, falls man nicht
in die digitale Steinzeit mit der Sackpost zurückwolle.

Einzige andere Option die noch tollere App, neuestes Android, eh klar.
Ein Riesenwust an Text und am Ende glaube ich verstanden zu haben, daß
man das Portal auch benutzen kann, wenn man die TAN eintippt, die per
E-Mail kam. Ich nenne das 1.1-Faktor-Authentisierung, falls das Portal
nicht irgendwie spannt, daß der ganze Mist sowieso auf ein- und
demselben PC (oder Handy, falls Millennial) läuft.

Aber das werden sie bestimmt auch noch raffen und dann darf ich jedesmal
mein !#?!?§* Smartphone suchen, um dort eine TAN zu empfangen.

Volker

[1] Und damit ich das endlich vom Hals habe und mein Versprechen in
Message-ID: <2fv5njqdprvv.dlg@news.bartheld.net> einlöse, hier die
deutsche Übersetzung von

https://ia903400.us.archive.org/17/items/fiction-speucial-n-25/Fiction%20spe%E2%95%A0%C3%BCcial%20n%E2%94%AC%E2%96%91%2025_text.pdf

zur gepflegten Lektüre. Tippfehler dürft ihr gerne behalten.

GUY SCOVEL
Die Treibjagd

»Haben Sie es gesehen?« keuchte Doc Shunt, als er in Windeseile den
Laden betrat, »Sie sind schon auf dem Boulevard. Ich hatte Ihnen ja
gesagt, daß man es nicht aufgeben würde!« Er trocknete sich die Stirn
mit einem karierten Taschentuch ab, kam wieder etwas zu sich und fuhr
fort: »Nach den Autos mußte es soweit kommen, daß jedermann zur Kasse
gebeten wird. Letztes Jahr schon hatte ich mit meinem Schwager gewettet,
daß man sich nicht scheuen wird. Die Regierung will den großen Städten
nichts mehr bewilligen. Nun, dann müssen sie irgendwie zu ihren Moneten
kommen, nicht wahr? Und da diese Schweine von Steuerzahlern immer noch
Wege finden, etwas zur Seite zu legen, braucht man sich die Birne nicht
anzustrengen. Es genügt, wenn man die Leute blechen läßt.

»Nun, kommen Sie wieder zu sich!« sagte Tcherdenek lächelnd und nahm
seine Arbeit wieder auf, die alten Puppen abzustauben. »Wenn Sie keinen
Zweifel daran hatten, was kommen wird, dann haben Sie doch keinen Grund,
sich so aufzuregen. Und zudem, was ist denn wirklich passiert?«

Die Zigarette, die Doc sich soeben angezündet hatte, wäre ihm beinahe
aus seinem Mund gefallen. Er sah den Antiquar an, als ob er

eines der seltensten Objekte im Laden vor sich hätte, und stieß
schließlich heraus: »Wie? Sie haben also nicht gehört, daß sie
Radarspione einsetzen wollen?«

»Radarspione?« Der alte Antiquar schien aus den Wolken zu fallen. Man
muß allerdings zu seiner Entschuldigung sagen, daß er niemals Zeitungen
las, nicht fernsah und sich für Politik nur wenig interessierte.

»Ruhig Blut! Ich habe niemals solches Zeug gesehen. Was sollen
schließlich diese Spione bedeuten Diese elektronischen Dinger wie in
Paris. Wenn Sie die Marke haben, ist alles in Ordnung. Wenn nicht,
Blitz, Klick und Bumm! und zahle. Apparate, um die Fußgänger zu
kontrollieren, wenn Sie so wollen«, drückte er sich genauer aus,
angesichts der verblüfften Miene von Tcherdenek.

Offensichtlich verstand der alte Mann die Welt nicht mehr. Doc Shunt
stieß einen Seufzer aus und sah sich nach einer Sitzgelegenheit um.
Nachdem er sie gefunden hatte, ließ er seine fünfundneunzig Kilo auf das
alte Empiresofa fallen.

»Man braucht jetzt eine Verkehrserlaubnis. Sie werden nicht mehr das
Recht haben, in der Stadt ohne eine Lizenzmarke herumzubummeln. Das ist
eine neue Steuer. Wie die Kraftwagensteuer.« »Unmöglich«, stieß
Tcherdenek hervor, der seine Puppen ihrem Staub überlassen hatte und
Mund und Augen aufsperrte. »Unmöglich!« Warum unmöglich? Es ist doch
Tatsache, mein Lieber! Noch ein paar Tage, und die ganze Stadt wird in
Quadrate eingeteilt sein, von der Kreuzung des Pistes bis zum Gare de
Royat und Herbert à Chanturgue. Und niemand wird etwas dagegen machen
können. Tcherdenek schüttelte ungläubig den Kopf. »Nichts zu machen, ich
gehe Ihnen nicht auf den Leim. Das ist ein Ulk, Ihre Geschichte mit der
Verkehrserlaubnis.«

»Zunächst einmal bin ich kein Lügner, verteidigte sich Doc Shunt, dessen
wachsende Nervosität sich an einem Tic zeigte, der ihm die Lippen zum
rechten Ohr hin verzog. »Und sodann brauchen Sie nur zum Boulevard
Trudaine hinunterzugehen, und Sie werden sehen. Außerdem werden sie bald
auch in dieser Straße sein.«

»Kein Grund, daß Sie sich aufregen, sagte der Antiquar nachdenklich.
»Ich glaube Ihnen. Aber schließlich, das ist doch nicht ohne weiteres so
gekommen, diese Geschichte. Man entscheidet doch nicht von heute auf
morgen, daß die Fußgänger eine Erlaubnis haben müssen, um
spazierenzugehen.«

»Nun ist es aber trotzdem soweit gekommen, brüstete sich der Doc. »Sehen
Sie, mein Lieber, seit dreißig Jahren erzähle ich das schon, aber man
hört ja nicht auf Leute wie mich, die noch Zeit haben, über etwas
nachzudenken, Man hält sie für bekloppt. Aber heute haben nur die
Verrückten etwas zu lachen, verstehen Sie? Wir werden uns aber danach
richten müssen, ob uns das gefällt oder nicht. Erinnern Sie sich noch an
die Zeit, als sie anfingen, Autobahnen zu bauen? Stopp, Gebühr, heraus
mit dem Geld! Nun, man hätte niemals fahren sollen. Man hätte sie
stehenlassen sollen, mit ihren Autobahnen. Aber das tat einem ja so
wohl, hundertsechzig zu schaffen, für fünf oder sechs Francs, wenn ich
mich recht erinnere.«

Der Doc stand auf, um seine Zigarette in einen Aschenbecher zu legen. Er
beruhigte sich wieder, hustete etwas und fuhr fort: »Sie verstehen,
anstatt die Hauptverkehrsstraßen herzurichten, war es merkwürdigerweise
besser, neue Straßen zu bauen, mit Schaltern am Anfang und am Ende, wie
im Kino. Das war rentabel - und wie! Und wissen Sie, was dann passiert
ist? Die Regierung hat sich gesagt, daß kein Grund mehr vorhanden ist,
die Hauptverkehrstraßen überhaupt noch zu unterhalten. Die Departements
sollen nur sehen, wie sie zurechtkommen. Und damit Schluß! Er zündete
sich eine neue Zigarette an. »Zuerst waren es Privatfirmen, die sich der
Sache annahmen und Autostraßen bauten. Als dann der Wagenverkehr in den
Städten Probleme aufwarf, haben andere Gesellschaften Parkplätze gebaut.
Der Autofahrer selber, dumm und gar nicht böse, hat weiter gezahlt.
Francs für die Autosteuer. Sous für die Parkplätze. Und da das noch
nicht ausreichte, die Parkplätze, hat man überall ein paar Parkuhren
aufgestellt. Um immer noch ein paar Sous mehr zu kassieren.«

»Aber schließlich,« warf Tcherdenek ein, »worauf wollen Sie hinaus?«

»Auf das, worüber wir gerade sprechen. Je mehr Sous man hat, desto mehr
braucht man. Und Gott weiß, wie die Städte sie nötig haben, um ihre
Polizei zu unterhalten, die Straßen, die Stadien und was sonst noch.
Ihre Mietsteuer oder die Gewerbesteuer reichen noch lange nicht. Man muß
noch Plätze unterhalten, die Grünanlagen, die Fußgängerzonen, die
Bürgersteige, Rolltreppen und was sonst noch. Vor knapp fünf Jahren hat
man die Stadtverkehrs-Erlaubnis für Autofahrer eingeführt. Jetzt geht
man noch etwas weiter. Da bis jetzt noch niemand gemeutert hat, ist kein
Grund, damit nicht fortzufahren. Für den Fußgängerverkehr wird eine
Erlaubnis nötig sein. Sie sind auf den Gedanken der Marken und der
Radarspione gekommen. Auf diese Weise kann niemand mogeln, jeder geht
zur Kasse oder bezahlt eine Strafe, gute Arbeit.

Der Antiquar zog einen alten Rohrstuhl heran und ließ sich wortlos
hineinfallen. Der Kopf schwirrte ihm. »Wieviel?« murmelte er.

»Was wieviel? Ach so, die Steuer? Nun, zweihundert Francs, glaube ich.«

»Zweihundert?«

»Ja, soviel sind es wohl.«

»Und diejenigen, die nicht bezahlen?«

»Unmöglich, sage ich Ihnen«, grinste der Doc. »Die lassen niemanden aus.
Klick, Foto, Strafe! Und es scheint, daß die Rechnung gesalzen sein
wird. Das ist eine Sache der staatsbürgerlichen Gesinnung, hat der
Bürgermeister gesagt. Jedermann muß zur Verbesserung der Lebensqualität
in der Stadt beitragen« »Zweihundert Francs«, murmelte Tcherdenek
nochmals. »Was kann man tun?«

»Nichts! Die Leute sind zu doof dazu. Das ist wie mit den Parkuhren.
Außer ein paar Wirrköpfen, die versucht haben, sie zu demontieren, haben
alle anderen brav gesagt, daß es besser wäre als frühem »Aber das ist
doch etwas ganz anderes. Man ist doch kein Auto, immerhin!«

»Und wennschon? Was ändert das? Wenn der Fernseher nicht kaputtgeht,
Wein und Tabak nicht teurer werden, sind alle zufrieden« »Was kann man
nur tun?« wiederholte Tcherdenek zum dritten Mal. »Zahlen!« sagte
schulmeisterlich Doc Shunt. »In unserem Alter taugt man nur noch dazu.
Das ist etwas für die Jungen, Krach zu schlagen. Leider denken die
jungen Leute von heutzutage nur noch an ihr Vergnügen und ans
Fernsehen.«

Mit diesen Worten ging er. Wie üblich verklemmte sich sein alter
Regenmantel in der Tür, die sich zu schnell schloß. Tcherdenek ließ
seine Augen durch den staubigen Laden wandern. Er hatte nicht ein- mal
dreißig Francs in seiner Ladenkasse.

Als Gilles Bourreau, Chef der statistischen Abteilung des Städtischen
Verkehrsamtes, den Konferenzsaal betrat, erhoben sich die Leiter der
einzelnen Sektionen. Das übliche Stimmengewirr bei diesen
Zusammenkünften der Verwaltung setzte erst wieder ein, als der neue
Ankömmling Platz genommen hatte. Gilles Bourreau wartete ab, bis es
wieder ruhiger wurde, währenddessen er das mitgebrachte wichtige
Aktenstück durchgeblättert hatte. Dann räusperte er sich und begann:
»Meine Herren! Sie sind sich über die Wichtigkeit der Arbeiten im
klaren, die wir unternommen haben. Wenn es auch etwas unfreundlich
klingt, so möchte ich doch gleich betonen, daß Ihr Interesse nicht einen
Augenblick nachlassen darf. Die Volkszählung, die gemacht wurde, ist für
die Zukunft der in den letzten Tagen vorbereiteten Aktion von größter
Wichtigkeit. Unsere Aufgabe besteht darin, die aktive Bevölkerung der
Gemeinde zu zählen, aber auch, etwaige Betrüger festzustellen. Der
enorme Umfang der Aufgaben einer Stadt wie der unseren erfordert einen
Haushalt, dessen Bedeutung Ihnen sicher nicht entgangen ist. Jeder
Bürger muß sich daher mitverantwortlich fühlen und an der Verbesserung
seiner Umgebung teilnehmen. Der Anteil, den wir von ihm durch den Ausweg
der neuen Fußgänger-Verkehrssteuern verlangen, liegt daher auf der
gleichen Linie wie etwa die Militärdienstpflicht. Der Zuwiderhandelnde
kann nicht geduldet werden; einerseits, weil er ein Parasit ist, und
andererseits, weil er ein schlechtes Beispiel für seine Mitbürger wäre.
Seine Feststellung, wenn sie auch schwierig ist, muß daher für jeden von
uns ein ständiges Anliegen sein. Jeder Mangel an Wachsamkeit, wenn er
vorkommen sollte, muß verfolgt werden. Aber ich vertraue Ihnen. Ich
über- lasse jetzt dem Leiter des Katasteramtes das Wort. Monsieur
Braveau?«

Der neue Redner entnahm einer neben ihm stehenden Aktentasche einige
maschinenbeschriebene Blätter. Nachdem er seine große Brille
zurechtgerückt hatte, die seine blauen, sehr kurzsichtigen Augen
verbargen, erhob er sich.

»Sehr geehrter Herr Direktor!
Sehr geehrte Herren!

Wie Sie wissen, hat Ihnen meine Dienststelle eine wichtige Akte vor-
gelegt, die das Ergebnis von Ermittlungen über die gesamten bebauten
Grundstücke im Stadtbereich darstellt. Auf diese Weise haben Sie ein im
Prinzip vollständiges Verzeichnis aller Einwohner der Stadt, dessen
Vervollkommnung dadurch sehr erleichtert wird, daß jeder Hauseigentümer
uns über eventuelle Ortsveränderungen seiner Mieter unterrichten muß.
Die einzigen Schwierigkeiten könnten aus vor- übergehenden Veränderungen
entstehen, wie Krankenhausaufenthalt, zeitweilige Invalidität, Reisen
sowie, in der ersten Zeit, Touristen und Reisende, die sich in der Stadt
aufhalten und über die provisorischen Lizenzen ungenügend unterrichtet
sind. Die Zahl dieser besonderen Fälle dürfte indessen nicht das Tausend
überschreiten. Es erscheint daher so gut wie sicher, daß in spätestens
zwei bis drei Monaten eine endgültige Liste extremer Fälle des
Zuwiderhandelns vor- gelegt werden kann. Meine Mitarbeiter werden dann
eingreifen, um die verschiedenen Probleme zu lösen. Ich stehe
selbstverständlich jederzeit zu Ihrer Verfügung, um Fragen zu klären,
die sich aus der Auszählung der amtlichen Belege ergeben könnten. Ich
glaube aber trotz allem, daß unsere Kartei klar genug ist und nur ein
Minimum an Lücken und fehlerhaften Eintragungen enthält,«

Der Leiter des Katasteramtes schwieg. Er wartete einen Augenblick lang
auf etwaige Fragen, bevor er sich Wieder setzte. Die weiterhin
behandelten Fragen betrafen mehr Einzelheiten der Eintragungen in die
vorgesehenen Drucksachen als das Prinzip der Kontrollen selbst.

Tcherdenek schloß sorgfältig die Tür seines Apartments hinter sich zu
und warf einen unruhigen Blick auf die des Treppennachbars. Unbeweglich
blieb er etwa zehn Sekunden lang stehen, während er angespannt auf die
Geräusche um ihn herum lauschte. Dann begann er, infolge seines Alters,
einer alten Kriegsverletzung und seines Rheumatismus etwas hinkend, die
Wendeltreppe hochzusteigen. Seine Gummisohlen machten auf dem
abgenutzten Stein keinerlei Geräusch. Das Atmen fiel ihm schwer, und er
bemühte sich, nicht auf die Schmerzen in Knien und Schenkeln zu achten.
Unwillkürlich hielt er sich an die Gewohnheit, sich wie in seinem Laden
mit einstudierter Bedachtsamkeit zu bewegen, um nicht vor der Kundschaft
als zu schwerfällig und ungelenk zu erscheinen. Aber er mußte sich
beeilen. Solange er nicht den Dachboden erreicht hatte, war ein
peinliches Zusammentreffen nicht auszuschließen, selbst zu dieser
sorgsam ausgewählten Stunde, zu der die meisten schon an ihrer
Arbeitsstelle oder noch im Bett waren.

Die obere Tür war nicht zugeschlossen. Sie war es schon seit einigen
Monaten nicht mehr, seitdem der Antiquar ein für allemal den Riegel im
Schloß blockiert hatte. Auf dem staubigen und wurmstichigen Fußboden
fanden seine Füße bald die am besten erhaltenen Bretter wieder und
erreichten die leere Kiste, auf die ein Stuhl gestellt war, der
einstmals neben seinem Küchenschrank gestanden hatte.

Nach zwei oder drei Versuchen gelang es ihm, sich auf das unsichere
Gerüst zu stellen. Tcherdenek richtete sich auf und griff nach der
Eisenstange, die es möglich machte, das Dachfenster hochzuheben. Er
brachte die Eisenstange in ihre höchste Stellung, fegte die Spinnweben
hinweg, die sich jeden Tag aufs neue über die Fenster zogen, und begann,
sich in kleinen Rucken zu dem geneigten Dach hochzuziehen. Es vergingen
fast zehn Minuten, ehe er sich auf den noch taufeuchten Dachziegeln
ausruhen konnte. Das war der schwierigste Teil seines Ausfluges.
Jedesmal packte ihn die Furcht, der Blick ins Leere, der Atem beengt
durch den Druck seines Körpers auf den Fensterrahmen. Mehrere Male schon
wäre er beinahe beim Aufschwung zum Fensterrahmen nach unten gerissen
worden. Aber stärker noch als die Furcht vor der Leere war die Angst,
ein Geräusch zu machen, das im Haus gehört werden könnte. Das machte ihn
kopflos.

Er wußte, daß er der Schande nicht entgehen würde. Niemals in seinem
Leben hatte er jemanden getäuscht, betrogen. Sein Leben war eine lange
Folge von Aufrichtigkeit und Treue gewesen. Tcherdenek, ein alter
Kämpfer, körperbehindert, verfluchte sich, das Gesetz über- treten zu
müssen, aber er konnte nicht anders handeln.

Nachdem er wieder Kräfte gesammelt hatte, während er das eintönige
Panorama der Schornsteine beobachtete, von denen einige noch in Nebel
gehüllt waren, bereitete er sich darauf vor, seine Route fortzusetzen.
Die letzten Lichter der Nacht wichen einer durch den bedeckten Himmel
trüben Sonne. Das immer gleiche Geräusch der Straße drang zu ihm herauf.
Er erinnerte sich an seine Jugendjahre und wie gern er es gehört hatte:
die rauhen Rufe der Straßenkehrer, das Klirren der Flaschen des
Weinhändlers, der Ruf irgendeines Klatschweibes, das Unterhaltung
suchte... Das lag mindestens hundert Jahre zurück!

Er kletterte bis zum Giebel des Daches und stieg langsam auf der anderen
Seite wieder hinunter. Er kannte jeden Dachziegel und wußte, welche vor
dem nächsten Winter erneuert werden müßten. Sein rechter Fuß berührte
als erster das Nachbardach. Er richtete sich auf und betrachtete das
neue Hindernis, während ihm ein Schauer über den Rücken lief. Das war
einer der kritischsten Augenblicke seiner Reise, nicht wegen der
Neigung, die im Gegenteil eher sanft war, sondern Weil der Dachboden
hier durch ein junges Paar bewohnt war. Schon mehrere Male mußte sein
Vorbeigang in der winzigen Wohnung bemerkt worden sein, denn der junge
Gatte hatte das Fenster hochgehoben. Glücklicherweise hatte Tcherdenek
stets die andere Dachseite erreichen können, bevor es zu spät war. Das
große Risiko bestand aber immer. Wiederholt alarmiert, waren die jungen
Leute auf der Hut. Vielleicht lauerten sie heute mit dem Ohr an der Wand
und bereit, aufzutauchen, wenn er sich näherte.

Sein Fuß stützte sich vorsichtig auf den an dieser Seite
glücklicherweise trockenen Dachziegel. Tcherdenek hielt den Atem an und
beobachtete das Dachfenster. Es war nicht erleuchtet. Das war vielleicht
ein gutes Zeichen. Vielleicht schlief das Paar noch. Er setzte einen
weiteren Fuß vor. Ein riesiges Gewicht lastete auf seiner Brust. Jeden
Tag fragte er sich, ob er noch länger solche Aufregungen aushalten
könnte. Wieder ein Schritt. Tcherdenek befand sich jetzt fast in der
Höhe des Fensters. Es hätte genügt, daß er sich etwas nach rechts
beugte, um in das Zimmer hineinzusehen, das noch im Schatten lag, den
die aufgehende Sonne immer schneller verjagte.

Er fragte sich erneut, ob sie noch schliefen oder ob die jungen Leute,
aufgeschreckt durch die unvermeidlichen Geräusche, die er machte, gerade
unter der Fensterscheibe warteten. Die Neugier verzehrte ihn, aber
zugleich ließ die Angst sein Herz hämmern. Wenn er sich ein wenig
vorbeugte, könnte er sich einem aufmerksamen Gesicht gegen- übersehen.
Er mußte weitergehen und durfte nicht auf das Fenster achten.

Tcherdenek beugte sich hinüber. Die Neugier war zu stark, als daß er ihr
länger hätte widerstehen können. Vielleicht trieb ihn sogar die Furcht,
angestachelt durch die Unsicherheit des Nichtwissens, zu dieser Torheit.
Er beugte sich hinüber und entdeckte zum ersten Mal die morgendliche
Welt des Zimmers.

Der Anblick war sehr verschieden von dem, was er jeden Abend bei seiner
Rückkehr sah, wenn das Paar abwesend war. Es herrschte eine gewisse
charmante Unordnung, Zeichen eines frischen und, warum auch nicht,
fröhlichen Lebens. Einige Parfümfläschchen standen verstreut auf dem
Frisiertisch. Ein Paar Strümpfe hing über einem Stuhl. Auf einem kleinen
langhaarigen Teppich lagen Kleidungsstücke acht- los verstreut. Das Bett
war noch nicht gemacht, und...

Die junge Leute schliefen.

Unwillkürlich vergoß Tcherdenek eine Träne. Er erinnerte sich an
Madeleine. Das war... es lag so lange zurück... Sie war schon so lange
tot.

Das Paar schlief. Die junge Frau hatte ein wunderbares Lächeln, und ihr
um den Hals ihres Mannes geschlungener rechter Arm schien in seiner
zärtlichen Geste etwas von ihrem letzten Liebesspiel festgehalten zu
haben. Er war blond, mit schmalen Lippen. Tcherdenek stellte sich vor,
daß ein Sonnenstrahl um ihre Körper spielte. Er schüttelte den Kopf, um
die Vision zu verjagen, und ging endlich weiter. Ohne jedes Geräusch, um
den schönen Schlaf der Liebenden nur ja nicht zu stören.

Der gefährlichste Teil seiner Kletterei lag nun hinter ihm. Tcherdenek
genehmigte sich einen neuen Halt. Jetzt lenkte nur noch kluge Taktik
seine Schritte. Er erreichte ein Terrassendach, das seinem luftigen
Ausflug ein Ende setzte. Nur die Überquerung der Höfe war noch zu
fürchten. Einmal hatte er große Schwierigkeiten gehabt, seine
Anwesenheit gegenüber einer mürrischen Portiersfrau zu rechtfertigen,
und noch mehr, sich zu entfernen, ohne den Weg zur Straße zu nehmen.
Seitdem hatte er es gelernt, die dunklen Ecken besser zu beobachten,
bevor er seinen Weg fortsetzte. Seine Augen waren zum Glück trotz seines
Alters immer noch gut.

Die Tür, die zur Treppe hinausführte, knarrte leicht. Er schlich sich zu
den dunklen Stellen und tastete sich nach unten. Es herrschte völlige
Stille. Am Morgen und am Abend war es übrigens immer so, als ob das
Gebäude unbewohnt wäre. Er hatte es aber nie gewagt, sich davon zu
überzeugen.

Am Beginn des ersten Hofes nahm er sich die Zeit, seine Kleidung zu
säubern, sich nach allen Seiten umzusehen und zu lauschen. Er ging dann
mit großen Schritten weiter und drückte sich an die Trennmauer zur
nächsten Wohnung. Er traf es gut. Eine alte Dame und ein kleiner Junge
gingen zwei Schritte vor ihm her, bevor sie in der Straße verschwanden.

Der Antiquar beruhigte sich eine oder zwei Minuten. Eine Katze rieb sich
währenddessen an seinen Beinen. Tcherdenek setzte seinen Weg ohne
Schwierigkeiten fort und gelangte sehr schnell zum letzten Hof. Er
riskierte nun nichts mehr. Die Hintertür seines Ladens lag vor ihm, und
das war seine gewohnte Art, den Laden zu betreten.

Sein Herz schlug wieder normal, als er die Tür hinter sich geschlossen
hatte. Die alte Wanduhr zeigte dreiviertel acht. Die Zeitung unter der
Tür machte ihn neugierig. Er hob sie auf und sah, daß es sich um ein von
der Stadtverwaltung kostenlos ausgegebenes Exemplar handelte. Während er
den gewohnten Kaffee auf der Heizplatte des hinteren Ladenraumes warm
machte, überflog er die Schlagzeilen. Mehrere Personen versuchten an
diesem Morgen, den Laden zu betreten. Die Tür blieb fest verschlossen.
Als Doc Shunt um vierzehn Uhr ankam, glaubte er, einen Toten zu
begrüßen, so entstellt war das Gesicht des Antiquars.

»Es ist so, wie ich Ihnen sagte«, meinte Braveau. »Dieser Mensch scheint
gegen das Gesetz zu verstoßen, und doch können wir ihn nicht fassen. Wir
haben nur feststellen können, daß er jede Nacht in seiner Wohnung und
zum Beginn der Geschäftszeit in seinem Laden war. Kein Kontrolleur hat
ihn aber auf der Strecke überraschen können, die ihn von zu Hause nach
seinem Laden führen mußte.« Braveau machte eine Pause, um die Reaktion
seines Gesprächspartners zu beobachten, aber das Gesicht von Gilles
Bourreau blieb unbewegt. »Wir haben ein paar interessante Informationen,
entgegnete der Leiter des Katasteramtes. »Zum Beispiel, daß dieser
Tcherdenek die Dienste eines Burschen benutzt, um seine Einkäufe zu
erledigen. Er gibt ihm von Zeit zu Zeit Geld oder alten Kram als
Entschädigung. Und dann gibt es noch einen gewissen Shunt. Dieser
erledigt hin und wieder Geschäfte in seinem Namen: Einkäufe von alten
Dingen, Ausbesserungen in seiner Wohnung und was sonst noch...
Jedenfalls berechtigt uns nichts im Verhalten des Antiquars, hier
einzugreifen. Gerade, als wenn er niemals fortginge!«

»Sie haben also keine Ahnung von der Art und Weise, wie dieser Mensch
unserer Überwachung entgehen kann?« staunte Gilles Bourreau.

»Ja, so ist es. Ich glaube trotzdem, daß ich eine Erklärung habe.« »Nun
gut, dann reden Sie schon, zum Teufel! Mit Steuerhinterziehern machen
wir kurzen Prozeß.«

»Die Straße de la Treille befindet sich in einem alten Viertel, wo sich
jedes Haus an ein anderes lehnt und wo die Innenhöfe aufeinanderfolgen
und selbst die Keller da und dort miteinander in Verbindung stehen. Man
kann daher wetten, daß dieser Tcherdenek einen Weg ausfindig gemacht
hat, durch den er die Straße vermeiden kann. Vergessen Sie nicht, daß
sich seine Wohnung in einer Sackgasse rechtwinkelig zur betreffenden
Straße befindet und im selben Häuserblock; anders ausgedrückt, in einer
Vogelfluglinie, wobei die Entfernung zwischen den Gebäuden sehr kurz
ist.«

»Also in diesem Fall keine Lösung?«

»Keine, fürchte ich. Und wenn es wahr ist, daß sonst jedermann die
Fußgängermarke gekauft hat, wie es scheint, dann ist Tcherdenek eine
Ausnahme.«

»Hier ist der Wurm drin«, murmelte der Chef des Statistischen Amtes.

»Nicht mehr lange!« mischte sich der Direktor der technischen Dienste
ein. Er entfaltete auf dem Schreibtisch seines Kollegen einen Stadtplan.
»Sehen Sie«, bemerkte er, indem er mit dem Zeigefinger auf das erwähnte
Stadtviertel wies. »Die Erneuerungsarbeiten werden bald in Angriff
genommen. Der Magistrat hat soeben ein Budget von einhundert Millionen
Francs bewilligt, das dazu bestimmt ist, die Kosten für den
Zwangsverkauf und das Abreißen der Gebäude zu decken, soweit sie nicht
wegen ihres besonderen architektonischen Charakters erhalten bleiben
sollen. Das Gebäude, in dem sich der Laden von Tcherdenek befindet, wird
von dieser Verordnung nicht berührt, wohl aber sein Wohnquartier.«

»Und keine Ausnahme mehr, mein lieber Braveau!« rief der Chef des
Statistischen Amtes.

»In diesem Fall steht es außer Zweifel, daß dieser Mensch... irgendwo
wieder untergebracht wird?« unterbrach der Leiter des Katasteramtes.

»Im Prinzip im Sektor von Herbet«, präzisierte der Direktor der
technischen Dienste.

»Ja! In diesem Fall sehe ich keine Möglichkeit mehr, wie dieser Mensch
darum herumkommen sollte, seine Fußgängermarke zu bezahlen wie alle
anderen Bürger auch.«

Es war sein erster Morgen.

Vom Fenster des Hauses in der Rue de la Parlette, wo ihm ein Apartment
im achten Stock - mit Aufzug - zugeteilt worden war, betrachtete
Tcherdenek die Straße und jenseits das Stadtzentrum mit seiner
Kathedrale aus schwarzen Steinen, auf der Höhe der Butte. Er glaubte,
das alte Lyzeum Blaise Pascal und die Kolonnaden des Hospitals zu
erkennen, die Pyramide als Wächter der Rue Ballainvilliers, dann die
Ecole des Beaux Arts vor der Rue Saint-Esprit. Die Rue de la Treille war
zu dieser Stunde noch ruhig. Ein Lieferwagen brummte vor der Wäscherei.
Sein eigener Laden erschien ihm plötzlich sehr, sehr alt an der
zurückversetzten Stelle, wohin die Sonne nicht vor elf Uhr scheinen
würde.

Doc Shunt war vielleicht vor der Tür, erstaunt, ihn schweigsam und
unbeschäftigt zu sehen. Tcherdenek hatte ihm niemals das Geheimnis
seiner akrobatischen Reisen anvertraut. Um ihn für seine Anliegen
einzuspannen, hatte er immer seine körperliche Behinderung vorgeschützt,
und das hatte genügt. Der Doc wurde es vielleicht eines Tages erraten.
An diesem Morgen jedenfalls würde er die Tür nicht ohne Überraschung
verschlossen vorfinden. Er würde nach einigen Minuten des Wartens wieder
fortgehen, eingehüllt in den verwaschenen Regenmantel, ohne den er
niemals das Haus verließ. Ein prächtiger Bursche, dieser Doc Shunt. Sie
kannten sich nun schon fast dreißig Jahre.

Die alte Wanduhr hatte in einer Stille geschlagen, die Tcherdenek
niemals wieder unterbrechen würde. Die Kaffeemaschine war kalt. Die
Puppen aus Chiffon und Porzellan würden an diesem Morgen erstaunt sein,
die kleinen zärtlichen Klapse nicht mehr zu bekommen, die ihnen den
Staub einer Nacht nehmen sollten. Eine Träne glitt über seine faltige
Wange.

Er öffnete halb die Balkontür des Wohnzimmers und ließ die Geräusche der
Straße zu sich heraufsteigen und in sich eindringen. Es war ein nebliger
Morgen, wie er ihn liebte, wie manche von denen, die er auf den Dächern
des alten Viertels kennengelernt hatte, wenn er seinen Kreuzesweg zu
seinem Laden ging, der zuwenig Kunden hatte, um ihn ernähren zu können.

»Etwas ist hinuntergefallen!« sagte der Mieter im fünften Stock zu
seiner Frau, die sich mit dem Jüngsten beschäftigte, der noch zu jung
war, um zur Schule zu gehen.

Unten gab es einen Auflauf, und die Gaffer hoben den Kopf, um zu
entdecken, von wo der Körper herabgefallen sein mochte.

Das war der letzte Morgen von Tcherdenek.
 
Volker Bartheld schrieb:
[1] Und damit ich das endlich vom Hals habe und mein Versprechen in
Message-ID: <2fv5njqdprvv.dlg@news.bartheld.net> einlöse, hier die
deutsche Übersetzung von

https://ia903400.us.archive.org/17/items/fiction-speucial-n-25/Fiction%20spe%E2%95%A0%C3%BCcial%20n%E2%94%AC%E2%96%91%2025_text.pdf

zur gepflegten Lektüre. Tippfehler dürft ihr gerne behalten.

Super! Besten Dank. Ich hatte mich schon einige Seiten durchgefressen,
aber mein frongsösisch ist etwas eingerostet. Auch ist der Scan nicht
der Beste, hat auch etwas viele Zwiebelfische.

--
mfg Rolf Bombach
 

Welcome to EDABoard.com

Sponsor

Back
Top